Die EU-Zollreform: EU Customs Authority und Data Hub (Richtung 2028)
Die Kommission schlug 2023 die größte Zollreform seit der Zollunion vor: eine EU Customs Authority und einen zentralen EU Customs Data Hub. Der Vorschlag befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren; erste Funktionen des Data Hub sind Richtung 2028 vorgesehen.
Kurze Antwort: Die Europäische Kommission legte 2023 einen Vorschlag für die größte Reform der Zollunion seit 1968 vor. Kern sind eine neue EU Customs Authority und ein zentraler EU Customs Data Hub. Der Vorschlag wird noch von Rat und Europäischem Parlament beraten; die Kommission sieht eine schrittweise Einführung vor, mit ersten Funktionen des Data Hub Richtung 2028.
Was die Reform vorsieht
Am 17. Mai 2023 veröffentlichte die Kommission ein Paket zur Überarbeitung des bestehenden Unionszollkodex (COM(2023) 258). Nach Angaben der Kommission sind die beiden sichtbarsten Bestandteile:
- eine EU Customs Authority, eine neue EU-Agentur, die Aufsicht und Risikomanagement auf EU-Ebene koordiniert; und
- ein EU Customs Data Hub, eine einzige digitale Plattform, auf der Unternehmen Zolldaten bereitstellen, statt sie 27 nationalen Systemen separat zu übermitteln.
Die Kommission stellt dies als Verschiebung von transaktionsbezogenen Anmeldungen hin zu einem datengetriebenen Modell dar, in dem der Zoll Informationen über Waren, Lieferketten und Beteiligte zentral kombinieren kann. Dies ist ausdrücklich ein Vorschlag: Die genaue Ausgestaltung, die Befugnisse und der Zeitplan können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Den aktuellen Stand entnehmen Sie der Hauptquellen-Seite der Kommission.
Zeitleiste und Status (Richtung 2028)
Der Vorschlag durchläuft das ordentliche Gesetzgebungsverfahren: Beratung durch den Rat der EU und das Europäische Parlament, gefolgt von Verhandlungen. Bis zur Annahme einer endgültigen Verordnung gelten die geltenden Zollvorschriften uneingeschränkt fort.
Die Kommission skizziert eine schrittweise Einführung über mehrere Jahre. In der Kommunikation zum Vorschlag werden erste Funktionalitäten des Data Hub in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts genannt, mit 2028 als Zieljahr für die erste Phase — vorbehaltlich des Gesetzgebungsergebnisses. Da die genauen Daten vom endgültigen Text abhängen, verweisen wir für harte Meilensteine auf die offizielle Kommissions-Seite und das EUR-Lex-Verfahren.
Warum es die Logistik betrifft
Für Einführer, Spediteure und Zollagenten ist die Reform relevant, weil sie betrifft, wie und wo Zolldaten bereitgestellt werden. Ein zentraler Data Hub kann mittelfristig bedeuten: eine einzige Bereitstellung statt mehrerer nationaler Schnittstellen und ein stärkerer Fokus auf Qualität und Rückverfolgbarkeit von Lieferkettendaten. Darüber hinaus enthält das Paket besondere Aufmerksamkeit für die E-Commerce-Einfuhr, bei der das Volumen kleiner Sendungen stark gewachsen ist.
Konkret ändert sich heute noch nichts: Es bleibt ein Vorschlag. Dennoch ist es ratsam, die Entwicklung zu verfolgen, da ein datengetriebener Zoll bessere Stammdaten und Lieferkettentransparenz erfordert — Investitionen, die Zeit kosten.
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Quellen
- https://taxation-customs.ec.europa.eu/customs-4/eu-customs-reform_en
Europäische Kommission — EU Customs Reform: Vorschlag 2023 für Customs Authority und Data Hub; Status und Hintergrund. - https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX%3A52023PC0258
COM(2023) 258 — Vorschlag für eine Verordnung zur Festlegung des Unionszollkodex und der EU Customs Authority.
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